Wasserbeschaffungsverband Ohl

Verbandsbeschreibung

Der Verband hat die Aufgabe, Trink- und Brauchwasser zu beschaffen und bereitzustellen, sowie den Bau, Betrieb und Unterhaltung der Anlagen, die der Versorgung der Mitglieder mit Trink- und Brauchwasser dienen, durchzuführen. Das Trink-, Brauchwasser wird auch zu Feuerlöschzwecken zur Verfügung gestellt.

Er besteht aus den Organen Verbandversammlung, Vorstand, Geschäftsführung, Prüfungsausschuss und Verbandsschau. Er steht unter der Rechtsaufsicht des Oberkreisdirektors des Oberbergischen Kreises in Gummersbach. Für den WBV-Ohl ist das Gesundheitsamt Gummersbach zuständig.

Der Wasserbeschaffungsverband Ohl ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Der Verband dient dem öffentlichen Interesse und dem Nutzen seiner Mitglieder. Er verwaltet sich im Rahmen der Gesetze selbst. Als Regelwerk dienen das Wasserverbandsgesetz (WVG), die Trinkwasserverordnung, die Verbandssatzung und die Wasserbezugsordnung des Verbandes, sowie die einschlägigen Gesetze (AVB Wasser).

An das für den WBV-Ohl zuständige Finanzamt Wipperfürth müssen Körperschafts- und Umsatzsteuer abgeführt werden.

Die Wirtschaftsprüfung des WBV-Ohl erfolgt jährlich durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer nach dem Gesetz über Wasser- und Bodenverbände und durch den Prüfungsausschuss.

Der Verband verfügt über ein Verbandsvermögen (Konten, Maschinen und Geräte, Inventar, Haus- und Grundbesitz). Darüber hinaus sind Geräte zur Durchführung der Verbandsaufgaben vorhanden.

Zur Durchführung der Verwaltung stehen Büroräume und ein Anbau am Hochbehälter (HB) zur Verfügung. Die Verwaltung erfolgt DV-gestützt über einen Server beim Vorsteher. Die Vorstandssitzungen finden nach Bedarf statt. Der kaufmännische Vorstandsausschuss arbeitet in den Büros des Verbandes in den Privaträumen des jeweiligen Ausschussmitgliedes. Der technische Vorstandsausschuss arbeitet ebenfalls im Büro des Verbandes oder je nach Bedarf im Anbau des HB.

Die Wasserförderung erfolgt über 2 Tiefbrunnen mit einer Gesamtleistung von ca. 20 cbm/h. Das Wasser wird aus einer Tiefe von ca. 40 (TBII) bzw. 85 (TBIII) m gefördert. Die Fördermenge wird nach Bedarf über eine Niveauschaltung gesteuert.

Die Tiefenbrunnenpumpen sind so geschaltet, dass nach bestimmten Zeitspannen ein Wechsel der Priorität erfolgt.

Die Kontrolle der Fördermengen erfolgt über hierfür installierte Wasserzähler. Zur Überwachung der Rohwasserqualität sind Probeentnahmestellen in den Zuleitungen zum Vorratsbehälter angebracht. Die Tiefenbrunnenpumpen sind zusätzlich gegen Trockenlauf geschützt. Das Rohwasser wird über einen JURA-Kalkfilter aufbereitet und über eine UV-Filteranlage entkeimt.

Die Trinkwasseruntersuchungen richten sich nach gesetzlichen Vorgaben (TVO), die Anzahl der Proben und der zu untersuchenden Parameter bestimmen. Die Probeentnahmen finden direkt bei einem Verbraucher statt. Zusätzlich werden Rohwasserproben entnommen und u.a. alle 2 Jahre das Grundwasser vom Landesumweltamt überprüft.

Die Kontrolle der Förder- und Verteileranlagen erfolgt über eine neu installierte Messeinrichtung kontinuierlich und die Daten werden auf dem Server des WBV dargestellt. Die Fördermengen werden wöchentlich überprüft und registriert. Seit Oktober 2008 werden Störungen der Anlagen aus dem Hochbehälter über eine Fernwirkanlage per SMS an ein Handy (Mitglied des Vorstandes) übertragen.

Der durchschnittliche Wasserverbrauch beträgt z.Zt. 2022 28.200 cbm/Jahr. Die erforderliche Genehmigung zur Wasserschürfung liegt vor. Die jährlichen Wasserverluste belaufen sich auf z.Zt. (2022) ca. 10.6 %.

Das aus den Tiefenbrunnen geförderte Wasser wird nach einem Zwangsdurchlauf durch die UV-Filteranlage und das pH-Filterbecken (JURA-Kalk) in einen unterirdischen Vorratsbehälter mit 75 (30+45) cbm Fassungsvermögen geleitet, aus dem es mittels einer Druckerhöhungsanlage von 5 Pumpen (zwei davon Drehzahl gesteuert) plus einer Feuerlöschpumpe in des Leitungsnetz zur Verteilung befördert wird.
Diese Anlage verfügt über eine Leistung von 55 cbm/h.

Der Betriebsdruck an der Anlage wird durch die Drehzalsteuerung von 2 Pumpen auf gleichmäßigem Druck gehalten und ist im Leitungsnetz zwischen 6 bis 10 bar je nach Höhenlage.
Durch den jeweiligen Bedarf schalten sich mittels einer elektronisch gesteuerten Kaskadenschaltung bis zu 3 Pumpen zusätzlich in den Betrieb ein.
Bei Bedarf wird druckgesteuert automatisch die „Löschwasserpumpe“ zugeschaltet.

Die Verteilung erfolgt über ein Hauptleitungsnetz von insgesamt ca. 8800 m Länge aus folgenden Materialien und Dimensionen :

DN 125 in PVC 100,
DN 125 in ZA,
DN 125 in GG,
DN 100 in PVC 100,
DN 100 in GG,
DN 80 in PVC 100,
DN 80 in GG,
DN 80 und DN 100 in PE,
DN 63 in St,
DN 50 in PE (überwiegend gemeinsame Zuleitungen)
und diverse Hausanschlussleitungen in PE und neu HDPE/blau.

Das Leitungsnetz und die Anlagen werden jährlich durch die Schaubeauftragten des Verbandes einer Sichtprüfung unterzogen. Mängel und Besonderheiten werden im Schaubuch aufgelistet und dienen dem Vorstand als Hilfe zur Mängelbeseitigung.

Zur Entnahme von Brauchwasser sind im Leitungsnetz 50 Unterflurhydranten und 1 Überflurhydrant installiert. Die Regulierung des Wasserflusses erfolgt über 96 Hauptabsperrschieber, diverse Schieber und Ventile im Hochbehälter und 247 Hausanschlüsse (geringe Anzahl ohne Ventile).

15 Rohrbruchschellen sind bei Reparaturen des Netzes eingebaut worden sowie 5 Überschiebemuffen und 25 Verbindungskupplungen.

Das Trinkwasser wird über Anschlussleitungen an die Endverbraucher geleitet. Versorgt werden folgende 247 unterschiedliche Verbraucher:

223 Anschlüsse für Wohnhäuser
4 Firmen (Kerspe KG, Zimmermann KG, ehem. BIWU, ? )
3 Campingplätze ( 3 Im alten Ohl)
3 Sportanlagen (Turnhalle, Tennispaltz, Sportplatz)
1 Bürgerhaus
1 ehem. Schule
2 Weidetränken (Buchholzweg und Mesewinkeker Weg)
9 Hausanschlussventile sind im Netz installiert und werden z.Zt. nicht genutzt.

Das Versorgungsgebiet umfasst ca. 258.685 qm. Versorgt werden ca. 774 Personen (Stand 01.01.2014). Hinzu kommen weitere Einpendler von 3 Sportstätten, einer chemischen Fabrik ( ca. 80 ) , eines Baustoffhandels, 4 Campingplätzen und des Bürgerhauses.

Der tatsächliche Verbrauch wird über Wasserzähler in einem regelmäßigen Abstand von 12 Monaten ermittelt und in Rechnung gestellt.

Ein monatlicher Basisbeitrag (Zählergebühr) wird erhoben.

Der Verband zahlt eine Wassergeldentnahmegebühr je cbm gefördertem Wasser.

Zuletzt aktualisiert: 19.01.2026