Geschichte der öffentlichen Wasserversorgung in Wipperfürth – OhI
Vor 1894 erfolgte die Wasserversorgung der Bewohner in OhI durch 3 Wassergemeinschaften und 7 Einzelversorgern. Eine vierte Wassergemeinschaft gründetet sich 1907.
Da gegen Ende des vorigen Jahrhunderts der "Prokopf-Bedarf" erheblich zunahm, gleichzeitig aber bei den vorhandenen Anlagen mehr und mehr die Förderleistung zurückging, wurde es zwingend notwendig, sich um eine effektivere Wasserversorgung zu bemühen.
Federführend übernahm die in Ohl ansässige Familie Buchholz die Planung einer neuen Wasserversorgung, mit der weitere Bewohner bedient werden konnten.
Die Untersuchungen ergaben, dass ausreichende Wasservorkommen nur im Gettbergsiepen (Am Steinbruch) vorhanden waren. Als günstigster Leitungsweg erwies sich eine Verlegung aus dem Gettbergsiepen durch die Ohler Wiesen und weiter entlang den Häusern am Wipperobergraben bis hin zur „Buchholz-Villa“.
Außer der Villa und zweier Nebengebäude konnten so noch sieben weitere Einzelversorger mit angeschlossen werden. Das entsprach auch den Vorstellungen der zuständigen Behörden, die zu dieser Zeit bereits bei solchen Vorhaben ein erhebliches Mitspracherecht hatten.
Nachdem alle Vorarbeiten abgeschlossen waren, konnte das Vorhaben begonnen werden. Planerstellung, Brunnenbau, Leitungsverlegung und Inbetriebnahme erfolgten innerhalb eines Jahres.
Übersicht über die Aktivitäten der Jahre 1894 bis heute
1894
Errichtung und Inbetriebnahme der sogenannten Buchholzleitung (1. Anschluss). Als Material für die Rohrleitung wurde erstmals duktiles Gusseisen verwendet. Bis dahin wurde bei anderen Leitungen nur Holz, Ton oder Blei eingesetzt.
1895-1914
Anschluss weiterer 6 Wohnhäuser.
1918-1923
Anschluss weiterer 4 Wohnhäuser.
1924
Bau eines Sammelbehälters im Gettbergsiepen (heute Am Steinbruch), da der Bedarf nur über die Speicherung des Nachtwassers abgedeckt werden konnte. Der Sammelbehälter wurde zum größten Teil von der ehemaligen Gemeinde Klüppelberg ( heute Stadt Wipperfürth ) finanziert.
1945-1950
Anschluss weiterer 3 Wohnhäuser.
1951
· Die Wasservorkommen der Buchholzleitung und der übrigen Versorger reichten wegen der zunehmenden Bautätigkeit nicht mehr aus. Es kam ständig zu Engpässen, vor allem in regenarmen Zeiten.
· Der Rheinisch Bergische Kreis, die Stadt Wipperfürth und einige Anschlussnehmer der Buchholzleitung und der Eigenversorger setzten sich an einen Tisch, um für die Ortslage Ohl eine flächendeckende Wasserversorgung zu schaffen.
· Der „Wasserbeschaffungsverband Ohl“ wurde als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet und eine Satzung verabschiedet.
1952
Planerstellung und Genehmigung des Unternehmens.
1953
Bau des heutigen Hochbehälters und Verlegung der ersten Versorgungsleitungen.
1954
Anschluss der ersten Wohnhäuser und Stillegung der Buchholzleitung.
1955
· Erhebung der ersten Beiträge aufgrund eines Umlageschlüssels.
· Auflösung zweier kompletter Wassergemeinschaften und Anschluss an den Wasserbeschaffungsverband Ohl.
· Anschluss einiger Anschlussnehmer aus einer dritten Wassergemeinschaft an den Wasserbeschaffungsverband Ohl.
· Übernahme der letzten Einzelversorger.
1957
Einbau von Wasseruhren bei allen Anschlussnehmern, Änderung der Beitragszahlung durch Verbrauchsmessung.
1958
Weiterer Ausbau des Versorgungsnetzes in Neuenhammer.
1959
Weiterer Ausbau des Versorgungsnetzes am Ohler Berg.
1960
· Erweiterung des Versorgungsnetzes im Buchholzweg.
· Anschluss weitere Anschlussnehmer aus der dritten Wassergemeinschaft an den Wasserbeschaffungsverband Ohl.
1961
Auflösung der dritten Wassergemeinschaft und Anschluss an den Wasserbeschaffungsverband Ohl.
1962
Ausbau des Versorgungsnetzes in der Wiesenstraße.
1963
· Erweiterung des Versorgungsnetzes um Ohl - Süd (Rosenstraße) Erschliessung durch Fa. Treubau und Neue Heimat.
· Erschliessung einer zusätzlichen Quelle und Errichtung eines Pumpenhauses (Waldquelle) am Weg Richtung Königsheide.
1971
Erschliessung des Ortsteils Mesewinkel durch Versorgungsleitungen und Erweiterung des Netzes entlang der Sauerlandstraße.
1972
Ausbau der Versorgungsleitung untere Rosenstraße.
1973
· Erhöhung des Betriebsdruckes durch Installation einer zentralen Druckerhöhungsanlage.
· Erschließung einer zusätzlichen Quelle im Bereich Steinbruch.
1974
Modernisierung des Hochbehälters durch Einbau von Trennwänden.
1975
Errichtung des ersten Tiefenbrunnens (Bohrtiefe = 70 m, Pumpenniveau = ca. 40 m, Leistung = ca. 12 cbm/h)
1976
Demontage des Enteisungsfilters da kein Oberflächenwasser mehr in die Versorgung einbezogen wurde
1977-1978
Erneuerung von 14 Hausanschlüssen (von Blei in PE).
1980
· Überholung des ursprünglichen Brunnen und Quellfassungen.
· Schließung der Quelle im Bereich Steinbruch.
1981
Erstellung einer Zwischendruckanlage zur besseren Versorgung der oberen Rosenstraße.
1982
Aufgabe der Quelle Waldbrunnen.
1984
Errichtung des zweiten Tiefenbrunnens (Bohrtiefe = 58 m, Pumpenniveau = ca. -39 m, Leistung = ca. 10 cbm/h)
1985
Stillegung der ursprünglichen Quelle.
1987
Erneuerung weiterer 14 Hausanschlussleitungen von Blei in PE in den Bereichen Im alten Ohl, Oberklüppelberg und Buchholzweg.
1988
Ersatz der vorhandenen Windkessel-Druckerhöhungs durch moderne Anlage mit elektronischer Kaskadenschaltung ohne Windkessel.
1991
· Verlängerung der Versorgungsleitung Buchholzweg.
· Erster Bauabschnitt Versorgungsleitung Grundschule.
1992
· Umbau der Versorgungsleitung im Bereich ehemaliger Viadukt, aufgrund des Ausbaues der Dohrgaulerstraße.
· Modernisierung und Verbesserung der elektrischen Schaltanlagen im Hochbehälter.
1993
Erschließung der Dohrgauler Strasse in Richtung Sportplatz.
1994
· 100 Jahre öffentliche Wasserversorgung in Wipperfürth-Ohl.
- Verlängerung der Versorgungsleitung Neuenhammer
1995 – 1997
Die Versorgungsleitung von Volksbank bis Grundschule wurde neu erstellt.
Bau einer Umgehungsleitung des Lagergebäude der Fa. Zimmermann, Im alten Ohl (alt unter Gebäude)
1998
Umlegung der Versorgungsleitung Richtung Neuenhammer im Buchholzweg wegen Neubau von 3 Wohnhäusern
1999
Auswechslung der Versorgungsleitung Marienheider Str. von Lager Fa. Zimmermann bis Fussweg zum Ohler Berg (Guss gegen PVC)
2000
Auswechslung der Druckerhöhungsanlage mit Kaskadenschaltung im Hochbehälter incl. elektronischer Steuerung
Beginn der Erschließung des Neubaugebietes Mesewinkeler Weg mit der Fa. „domicil“ (bisher größte Investition des WBV)
2001
Einbau einer Löschwasserpumpe im Hochbehälter mit elektronischer Steuerung
Beteiligung an der Löschwasserentnahmestelle / Wipperbrücke
2002
Leitungsverlängerung Im alten Ohl mit Einbau von zwei neuen Hydranten.
2003
Einbau eines ph-Filterbeckens im Hochbehälter mit Veränderung der Wasserzuläufe aus den Tiefenbrunnen zur Erhöhung des ph-Wertes
Ringleitung herstellen von Hassiepen bis Im alten Ohl mit Durchquerung der Wipper und des Untergrabens der Wipper bei teilweiser gemeinsamer Verlegung mit dem RWE (Inbetriebnahme am 12.11.2003)
Verbindung der alten Leitung Dohrgauler Str. rechtsseitig mit der neuen PVC-Leitung linksseitig zur besseren Versorgung der Sportstätte Windberg mit neuen Duschen etc.
2004
Tag der offenen Tür zum 110 jährigen Bestehen des WBV-Ohl am Hochbehälter im Gettbergsiepen am 18.09.2004 von
14.oo bis 18.oo Uhr ; Vorstellung der neuen Anlagen und Vorführung von Arbeiten an Trinkwasserleitungen.
Einbau von Jurakalk-Behälter in den Hochbehälter mit zeitlich eingeschränkter Beflutung.
2005/6
Bau einer Querverbindung von "Im alten Ohl 9" unter der B256 entlang der B256 bis Marienheider Str. 9 mit Anbindung im Bereich des Hydranten Marienheider Str. 9/Ohler Berg 6 für eine zweigleisige Versorgung des Gebietes östlich der B256.
2006
Einbau einer Dauerbeflutung der Jurakalkbehälter im Hochbehälter zur Stabilisierung des Soll-ph-Wertes lt. Trinkwasserverordnung (TVO).
Einbau von zwei Fühlerstangen im Waldbereich der Hauptversorgungsleitung (Faserzementleitung) zur besseren Leckortung.
2007
Im März 2007 wurden die Wasserzähler der beiden Tiefenbrunnen ausgewechselt. Gleichzeitig ist die Druckerhöhungsanlage mit einem 200 Liter großem, durchflossenem Ausdehnungsgefäß bestückt worden.
Im Oktober 2007 Bau einer Querverbindung vom ehemalige Hydranten Buchholzweg unter der B237 bis zur vorhandenen Leitung (PVC DN 80) Richtung Hof Tofahrn zur zweigleisigen Versorgung des Bereiches Buchholzweg und Neuenhammer.
2008
Im Juni 2008 erfolgte die Sanierung der Drainage im Bereich des Tiefenbrunnens I. Bei der Durchführung dieser Arbeiten brach der Tiefenbrunnen I ein aufgrund der "Altersschwäche" und der Tiefbauarbeiten im direkten Umfeld des Brunnens. Die Folge hiervon waren coliforme Keime durch das Eindringen von Oberflächenwasser im Brunnen I. In einer "Sofortaktion" wurden die Becken des Hochbehälters gereinigt. Der Brunnen I wurde untersucht, abgedichtet und mit einer neuen Entwässerungsschaltung versehen. Anschließend erfolgte der Einbau einer UV-Filteranlage vor der Entsäuerung auf Empfehlung des Kreisgesundheitsamtes.
Im September konnte die geplante Notverbindungsleitung von Ende der Leitung Neuenhammer bis zur B 256, Nähe Regenrückhaltebecken des Wupperverbandes in Betrieb gehen. Es ist jetzt eine Notversorgung über Hydrant BEW und Hydrant WBV durch diese Leitung über eine Schlauchverbindung von ca. 2m möglich.
Im Oktober wurde eine Fernwirkanlage am Hochbehälter installiert, um Alarmmeldungen (Stromausfall, Ausfall des UV-Filters, Wassermangel, Ausfall der Druckerhöhung) per SMS auf ein Handy des Vorstandes zu übertragen.
2009
Im April 2009 konnte nach längeren Vorbereitungen ein neuer Tiefenbrunnen III gebohrt werden. Die Fa. Textor hat die Tiefbau- und Bohrarbeiten Fa. Vierkötter die Montagearbeiten und Fa. Th. Künzel die Elektroarbeiten durchgeführt. Am 27.05.2009 erfolgte die Abnahme durch das Gesundheitsamt des Kreises Oberberg. Frau Schmidt, die die Abnahme durchführte, war von der neuen Anlage begeistert!! Die vom Aggerverband durchgeführte Analyse ergab, dass der TB III qualitativ hochwertiges Wasser fördert.
Der alte TB I wurde von der Fa. Textor "versiegelt" .
Im Dezember 2009 entstand durch die Unterspülung der Hauptversorgungsleitung im Hassiepen ein großer Rohrbruch. Die Verrohrung des Hassiepen-Baches ist wohl nicht mehr durchgängig dicht und hatte die Hauptversorgungsleitung teilweise freigespült. Die Leitung war komplett gebrochen. Die Notversorgungsanbindung WBV/BEW (Ende 2008 fertiggestellt) konnte erstmalig mit großem Erfolg genutzt werden. Lediglich einige Häuser im Hassiepen mußten über eine Hydrantenzapfstelle versorgt werden alle anderen wurden mit BEW-Wasser versorgt.
2010
In Zusammenarbeit mit der Stadt Wipperfürth hat der WBV-Ohl die bestehenden Hydranten mit Hydrantenhinweisschildern versehen, um der Feuerwehr das Auffinden zu erleichtern.
2011
Im Februar 2011 wurde eine neue Hausanschlussleitung für Neuenhammer 1b vom Notfallhydranten an der B 237 geg. Neuenhammer 1b bis zum Haus Neuenhammer 1b verlegt. Erforderlich war diese Leitung um die "Notfallleitung" im Bereich Neuenhammer dauerhaft unter Wasserverbrauch zu stellen. Hierdurch wird die Entstehung von Brackwasser verhindert.
Der Tiefenbrunnen II wurde saniert mit gebrauchter Pumpe aus dem ehemaligen TB I und einem neuen Brunnenschacht.
Im Juli erhielt das Haus Dohrgauler Str. 17 einen neuen Hausanschluss.
Im Oktober erfolgte die Reparatur der beiden Hausanschlussventile "Im Steinbruch" .
Zwei neue Streckenschieber mit einem dazwischen liegenden Hydrant wurden im Waldweg "Am Steinbruch" an der höchstgelegenen Versorgungsnetzstelle am 17.11.2011 eingebaut. Damit ist die Versorgung bei Störungen oder Arbeiten im Hochbehälter mit Fremdwasser (BEW) für alle Mitglieder gesichert.
Eine weitere Ringverbindung von der oberen zur unteren Rosenstr. ist im November 2011 hergestellt worden.
Im Dezember 2011 wurde bei der Beseitigung einer Leckstelle das Haus Dohrgauler Str. 9 neu mit eigenem Ventil angeschlossen.
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